Parks Range

24.09.2014: Aus der Traum

In Lichterfelde entsteht Berlins größtes Wohnungsbauprojekt

Auf dem ehemaligen US-Truppenübungsplatz "Parks Range" entsteht das größte Wohnungsbauprojekt Berlins zwischen Hochhäusern und Naturschutzgebiet. In zwei Jahren soll Baustart sein.

Der Kontrast könnte deutlicher kaum sein: Auf der einen Seite stehen 60 Hochhäuser, acht bis 21 Etagen hoch. Auf der anderen Seite weiden Pferde auf der Koppel, dort hat sich die Natur mit Feuerfalter, Moorfrosch und Zauneidechse ihr Revier zurückerobert.

Dazwischen entsteht das derzeit größte Wohnungsbauprojekt Berlins: Auf dem ehemaligen US-Truppenübungsplatz "Parks Range" in Lichterfelde-Süd wird ein neues Stadtviertel mit 2500 Wohnungen gebaut. Etwa 800 Millionen Euro investiert die Groth-Gruppe in das Bauprojekt, für das 2016 der erste Spatenstich erfolgen soll. Geschäftsführer Klaus Groth rechnet mit einer Bauzeit von fünf bis sieben Jahren.
Sechs Quartiere als selbstständige Einheit

Der Anfang ist gemacht: In einem städtebaulichen Workshop für den Masterplan hat das Architekturbüro Casanova + Hernandez aus Rotterdam mit seinem Entwurf gesiegt. Am Dienstag wurde das Konzept vorgestellt - es wird die Grundlage für die Entwicklung eines Bebauungsplans sein.

Auf dem fast 100 Hektar großen Areal südlich der Osdorfer Straße werden 39 Hektar bebaut. Die übrige Fläche soll den Status eines Landschaftsschutzgebiets erhalten, aber frei zugänglich werden. Das neue Stadtviertel wird aus sechs einzelnen Quartieren bestehen, die jeweils eine selbstständige Einheit bilden.

Jeder Kleinkiez ist ein Ensemble aus verschiedenen Haustypen, die sich um einen kleinen Stadtplatz gruppieren. Damit solle eine Identifikation mit dem jeweiligen Quartier und der Nachbarschaft erreicht werden, sagt Architektin Helena Casanova.
Miet- und Eigentumswohnungen

Insgesamt sind 600 zweigeschossige Reihen- und Doppelhäuser geplant, die weiteren 1900 Etagenwohnungen verteilen sich in vier-, sechs- und zehngeschossigen Gebäuden. In jedem der sechs Quartiere soll ein Hochhaus mit zehn Etagen stehen und es wie ein Nagel markieren.

Die 2500 Wohneinheiten sind zur Hälfte Miet- und Eigentumswohnungen. Mehr als 500 Wohnungen sollen von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften errichtet und für etwa 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Das Mietniveau der anderen Apartments werde zwischen 8,50 und 10,50 Euro liegen, sagte Klaus Groth. Der Preis für die Eigentumswohnungen betrage 3000 bis 3500 Euro pro Quadratmeter.

Die größte Herausforderung für das niederländische Architekturbüro war es, eine Verbindung zwischen den Hochhäusern der Thermometersiedlung, dem neuen Stadtviertel und dem Naturgebiet zu schaffen. Dafür habe sie sieben sogenannte grüne Finger vorgesehen - Wege, die die Straßenfluchten in der Hochhaussiedlung aufnehmen und die sich durch das neue Quartier bis in die "grüne Mitte" ziehen, sagt die Architektin. Die Wege führen vorbei an Grünflächen und Spielplätzen, die alle nutzen können.
Sportanlage, Stadtplatz, Geschäfte

In der Nähe des S-Bahnhofs Lichterfelde-Süd soll eine Schule mit Sportanlagen entstehen. Auf ihrem Weg von der S-Bahn in ihre Häuser kreuzen die künftigen Bewohner auch einen offenen großen Stadtplatz, mit Geschäften, kulturellen und sozialen Einrichtungen.

Dieser Platz soll das alte und das neue Wohnquartier zusammenführen. Ein ganz entscheidendes Element der Entwürfe ist eine "Pufferzone" - eine Grünfläche, die zwischen 15 und 35 Meter breit ist und die Häuser von dem sensiblen Naturschutzbereich abgrenzt.

Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär für Bauen und Wohnen, lobte die Entwürfe für "ein gemischtes Stadtquartier, das mit der Nachbarschaft vernetzt und für verschiedene Einkommensschichten ist". Genau diese Vielfältigkeit sei im Wohnungsbau angestrebt. Jedes Jahr, so betonte er, müssten 10.000 neue Wohnungen in der Stadt entstehen.
Ungelöste Verkehrsprobleme

Kritik an den Plänen kommt vom Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde-Süd. Ursprünglich sei von 1500 Wohnungen die Rede gewesen, sagt Sprecher Gerhard Niebergall. Es gebe ungelöste Verkehrsprobleme, ein zweiter S-Bahn-Ausgang sei überhaupt nicht berücksichtigt worden und die 25 Sechsgeschosser an der Osdorfer Straße würden das Viertel wie ein Burgwall abschotten.

Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) versicherte daraufhin, dass man sich mit dem Masterplan ganz am Anfang des Projekts befände und noch viele Etappen folgten, in denen die Pläne noch konkretisiert und überarbeitet werden.

Von Katrin Lange
24.09.2014
mobil.morgenpost.de
http://mobil.morgenpost.de/mp/bezirke/steglitz-zehlendorf/article132566562/In-Lichterfelde-entsteht-Berlins-groesstes-Wohnungsbauprojekt.html?config=mobile


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter!

Wie Sie vielleicht auch der Presse entnommen haben, bestätigt das vom Bezirk beauftragte Gutachten zu Lichterfelde Süd unsere Forderungen nicht nur, sondern es geht noch darüber hinaus: Auch die schützenswerten Bereiche außerhalb der Parks Range sind detailliert aufgenommen worden. Wir können mit Recht darauf hinweisen, dass es ohne unsere Aktivitäten nicht zu diesem Gutachten und den daraus folgenden, zwingenden Maßnahmen des Bezirks zum Naturschutz gekommen wäre. Dieses Gutachten ist ein großer Erfolg, den es sich lohnt, genauer sich anzusehen, um die daraus folgende zukünftige Entwicklung von Lichterfelde Süd mit zu gestalten.

Das Gutachten zur Parks Range und den umgebenden Flächen zwischen S-Bahn, Réaumur- und Osdorfer Straße sowie der Berliner Stadtgrenze liegt öffentlich vor und kann unter der Internetadresse
http://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/verwaltung/naturschutz/1lichterfelde-sued.html
gelesen werden, indem Sie den Link auf dieser Seite unten anklicken – es sind allerdings 12 MB.
Die Vorlage des Bezirksamtes an die BVV ist wesentlich kürzer, aber eben auch weniger informativ.

Aktionsbündnis Lichterfelde-Süd
März 2013

Anlage: Das Gutachten --> als download [1.429 KB]


Grünes Band an der Grünen Stadtkante

Nach mehreren Diskussiontreffen mit der Anwohnerschaft haben sich die Ziele konkretisiert - s. Anlage als download [2.337 KB]
(Stand August 2012)

Eine erste Positionsbestimmung zu einem Landschaftspark in Lichterfelde-Süd. Diese Stellungnahme will keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Insbesondere zu Fragen, wie der Landschaftspark und sein Umfeld gestaltet und wie er genutzt werden soll, hoffe ich auf Ihre Kreativität, Ihre Ideen und Ihren Sachverstand.
Uwe Stenzel
AG Landschaftspark Lichterfelde Süd
Berlin, 15.6.2011

Die Positionsbestimmung als download [71 KB]

Vornehmlich Lichterfelder Bürgerinnen und Bürger haben sich zu einem "Aktionsbündnis Lanschaftspark Lichterfelde-Süd" zusammen geschlossen, gemeinsam mit den interessierten Bürgerinnen und Bürgern ein Nutzungskonzept zu entwickeln, das sowohl den Anforderungen des Naturschutzes als auch denen des ausreichenden Erholungsraumes im Süden von Berlin entspricht. Vor allem Kindern und Jugendlichen sollen Naturerlebnisbereiche auf dem Gelände selbst und in den angrenzenden naturnahen Bereichen geboten werden.

Hintergrund - Gründung - Aufruf

Hintergrund-Informationen
Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert besaß die damalige Reichs-, jetzige Deutsche Bahn, ein großes Stück Land in Lichterfelde. Zwischenzeitlich wurde hier auf Teilflächen ein Arbeitslager sowie ein Truppenübungsplatz eingerichtet (Park Range). Dennoch hat sich in einzelnen Bereichen wertvollste Flora und Fauna erhalten: Kreuzkröte, Wechselkröte, die als ausgestorben geglaubte Schwarzpappel: Es existiert heute eine historisch alte Brache - ca. 100 ha !! - Diese Fläche wird der Bevölkerung rechtswidrig vorenthalten (§35 Berliner Naturschutzgesetz), obwohl ein großer zusammenhängender Raum für Naherholung und Freizeitnutzung im Berliner Südraum fehlt.

Das derzeit gültige Landschaftsprogramm Berlin empfiehlt einen Landschaftspark, der Sachverständigenrat für Naturschutz und Landschaftspflege ein Landschaftsschutzgebiet.
Allerdings wurde das Gelände jetzt an einen österreichischen Immobilien-Fond verkauft, der zu maximalem Profit einen neuen Stadtteil samt Golfplatz bauen will.
Lassen unsere gewählten Vertreter in der Bezirksverordnetenversammlung in Steglitz-Zehlendorf diesen Investor gewähren ? Was können wir dazu beitragen, dass unser aller Bedürfnis nach Freiraum und Naherholung gesichert wird ?


Daher rufen wir auf,.... [18 KB]

Um welches Gelände geht es?

Wo liegt diese "Geisterstadt"? s. Karte Parks Range [252 KB]

Wie ist die Grünraumvernetzung nach Süden?

Meldungen

14.01.2013: Information und Bitte

20.09.2012: Naturschutzfachliche Bewertungskarte

10.08.2012: Einladung zur Plenumsveranstaltung/Bürgerforum

27.07.2012: Stellungnahme Prof. Kowarik

25.07.2012: „Mit uns nicht“ Bezirk bleibt dabei: Parks Range wird nicht mit Wohnungen zugepflastert

27.03.2012: Einladung zum Aktiven-Forum Landschaftspark Lichterfelde-Süd

16.03.2012: Pressemitteilung Goldplatz adé?

14.8.2011: Aktionstag Die letzte Sperrzone aus dem Kalten Krieg in Berlin soll geöffnet werden

"Parks Range" Geschichte und Planung

"Parks Range" US-Geisterstadt für den Häuserkampf

12.02.2011: Berliner Morgenpost Altes Militärgelände soll für Ausflügler geöffnet werden

09.02.2011: Naturerfahrungsraum Lichterfelde-Süd Lichterfelde-Süd in Flächenkulisse E+E Vorhaben Naturerfahrungsräume aufgenommen (Stiftung Naturschutz Berlin gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz)

09.02.2011: Die Abendschau In Lichterfelde-Süd liegt ein 115 Hektar großes, renaturiertes Areal. Nun will eine Immobilienentwicklungsgesellschaft in das Gelände investieren. Das versetzt die Anwohner in Aufruhr.

11.01.2011: Aktionsbündnis Das "Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde-Süd" informiert

12.10.2010: Antrag an den Bürgermeister Kopp Betr.: Öffnung Lichterfelde-Süd ehemals Park Range

12.02.2011: Berliner Morgenpost